„Alles ist Nichtigkeit“, schreibt Salomo. Wie klingt das, wenn der weiseste, reichste und mächtigste Mann der Welt seiner Zeit sagt, dass alles nichtig und eitel ist? Der Name Salomo bedeutet „Frieden“. Aber er konnte die meiste Zeit selbigen nicht genießen, als er dieses Buch geschrieben hat. Ganz im Gegenteil. Er war deprimiert, verzweifelt und desillusioniert über das Leben unter der Sonne. Das passiert, wenn eine Führungskraft den Wind aus den Segeln verliert, weil sie den Weg ihrer Mission verlassen hat. Folgende Punkte unterstützen bei der Reflexion:
- Es gibt keinen Gewinn. (Prediger 1.3-4)
- Es gibt keinen Sinn. (Prediger 1.5-7)
- Es gibt keinen Fortschritt. (Prediger 1.8-11)
Führung ohne eine Ewigkeitsperspektive wird bedeutungslos. Deswegen muss die Führung auf wesentliche und bedeutungsvolle Ziele ausgerichtet sein. Zusammengefasst lässt sich sagen:
- Wenn es unter der Sonne nichts Sinnvolles gibt, dann muss unsere Hoffnung über der Sonne liegen.
- Wenn ein Mensch mit allem, was er hat, alles Sichtbare erforscht hat und dennoch unzufrieden ist, dann muss das, was Zufriedenheit bereitet, unsichtbar sein.
- Wenn der weiseste Mann der Welt keine Antworten auf seine Fragen unter dem Himmel findet, dann müssen die Antworten im Himmel liegen.
Prediger 1.1-11
Nichtigkeit alles Irdischen
1 Worte des Predigers, des Sohnes Davids, des Königs in Jerusalem.
2 Nichtigkeit der Nichtigkeiten! – spricht der Prediger; Nichtigkeit der Nichtigkeiten, alles ist Nichtigkeit!
3 Welchen Gewinn hat der Mensch von[1] all seinem Mühen, mit dem er sich abmüht unter der Sonne?
4 Eine Generation kommt[2], und eine Generation geht; aber die Erde besteht in Ewigkeit.
5 Und die Sonne geht auf, und die Sonne geht ⟨unter⟩, und sie strebt[3] ihrem Ort zu, wo sie ⟨wieder⟩ aufgeht.
6 Der Wind geht nach Süden und wendet sich nach Norden. Immer wieder sich wendend[4] geht er ⟨dahin⟩, und zu seinem Ausgangspunkt[5] kehrt der Wind zurück.
7 Alle Flüsse gehen ins Meer, und das Meer wird nicht voll. An den Ort, wohin die Flüsse gehen, dorthin gehen sie ⟨immer⟩ wieder.
8 Alle Worte mühen sich ab. Nichts vermag ein Mensch zu sagen.[6] Das Auge wird nicht satt zu sehen und das Ohr nicht voll vom Hören.
9 Das, was war, ist das, was ⟨wieder⟩ sein wird. Und das, was getan wurde, ist das, was ⟨wieder⟩ getan wird. Und es gibt gar nichts Neues unter der Sonne.
10 Gibt es ein Ding, von dem einer sagt: »Siehe, das ist neu«? Längst ist es gewesen für die Zeitalter[7], die vor uns gewesen sind.
11 Da gibt es keine Erinnerung an die Früheren. Und an die Künftigen, die sein werden, auch an sie wird man sich nicht mehr erinnern bei denen, die ⟨noch⟩ später sein werden.