Die bösen Anführer zu Michas Zeiten führten aus Bequemlichkeit und Zweckmäßigkeit. Sie taten genau das, was für sie am besten war.
Das griechische Wort für Charakter wird im Englischen oft mit „image“ übersetzt, was so viel meint wie eine Kerbe, eine Vertiefung, eine Schärfung, ein Kratzer oder eine Schrift auf einem Stein oder einer Münze. Folglich bedeutete Charakter historisch gesehen ein unverwechselbares Zeichen, das durch eine äußere Kraft in das Innere einer Person eingeprägt oder geformt wurde. Um den Charakter besser zu verstehen, können Führungskräfte über folgende gängige Missverständnisse über Charakter nachdenken:
- Charakter ist nicht nur die Art und Weise, wie sich eine Person verhält; manche können einen guten Charakter vortäuschen.
- Charakter ist nicht nur das, was ein Mensch im Idealfall in der Zukunft sein wird; das ist das Potential.
- Charakter ist nicht nur das, was andere von außen sehen; er beginnt im Inneren.
- Charakter ist nicht auf die Weisheit bei der Bewertung des Verhaltens anderer beschränkt; das ist Urteilsvermögen.
- Charakter ist nicht nur eine Frage der Disziplin; Menschen können in einem Bereich diszipliniert sein und in einem anderen nicht.
Micha 2.1-13
Weheruf über die Machthaber, die das Volk berauben
1 Weh denen, die Unheil planen und gehen mit bösen Gedanken um auf ihrem Lager, dass sie es frühe, wenn's licht wird, vollbringen, weil sie die Macht haben!
2 Sie begehren Äcker und nehmen sie weg, Häuser und reißen sie an sich. So treiben sie Gewalt mit eines jeden Hause und mit eines jeden Erbe.
3 Darum, so spricht der HERR: Siehe, ich plane wider dies Geschlecht Unheil, aus dem ihr euren Hals nicht ziehen sollt und nicht so stolz dahergehen sollt; denn es ist eine böse Zeit.
4 Zur selben Zeit wird man einen Spruch von euch machen und bitter klagen. Man wird sagen: Es ist aus, wir sind vernichtet! Meines Volkes Land kriegt einen fremden Herrn! Wie entreißt er es mir! Als Vergeltung verteilt man unser Feld!
5 Darum wirst du keinen haben, der für dich die Messschnur wirft, dass dir ein Losanteil in der Gemeinde des HERRN zufällt.
6 »Geifert nicht!«, so geifern sie. »Solches soll man nicht predigen! Wir werden nicht so zuschanden werden!
7 Darf so etwas gesagt werden, Haus Jakob? Meinst du, der HERR sei schnell zum Zorn? Sollte er solches tun wollen?« Es ist wahr, meine Reden sind freundlich den Frommen.
8 Aber ihr steht wider mein Volk wie ein Feind; denn ihr raubt Rock und Mantel denen, die sicher dahergehen, die sich abwenden vom Krieg.
9 Ihr treibt die Frauen meines Volks aus ihren lieben Häusern und nehmt von ihren kleinen Kindern meinen Schmuck auf immer:
10 »Macht euch auf! Ihr müsst davon, ihr sollt an dieser Stätte nicht bleiben!« Um der Unreinheit willen muss sie grausam zerstört werden.
11 Ja, wenn ein Irrgeist käme und ein Lügenprediger und predigte, wie sie saufen und schwelgen sollen – das wäre ein Prediger für dies Volk!
Verheißung des künftigen Heils
12 »Ich will dich, Jakob, sammeln ganz und gar und den Rest Israels zusammenbringen. Ich will sie wie Schafe miteinander in einen festen Stall tun und wie eine Herde in ihre Hürden, dass es von Menschen dröhnen soll.«
13 Ein Durchbrecher ist vor ihnen heraufgezogen; sie haben das Tor durchbrochen und sind hindurch- und hinausgezogen: Ihr König zog vor ihnen her, ja der HERR an ihrer Spitze.