Wenige Paare in der Bibel sehen weniger attraktiv aus als König Ahab und Königin Isebel. Ihr hässlicher Führungsstil wird vor allem am Ende von 1. Könige sehr deutlich. Da es ihnen fast gänzlich an Führungsausstrahlung fehlte, mussten sie sich der Manipulation und der Gerissenheit bedienen, um zu bekommen, was sie wollten.
Charisma wird als eine Art magnetische persönliche Anziehungskraft definiert, die andere zu der Führungsperson hinzieht und ihnen in ihrer Gegenwart ein besseres Gefühl vermittelt. Effektive Führungskräfte tun gut daran, ein gewisses Maß an Charisma zu entwickeln.
Im Griechischen bedeutet das Wort Charisma „Gabe“. Gott gibt jedem Menschen ein gewisses Maß an Charisma. Das ist so, weil er jedem Menschen Gaben mitgegeben hat, die sie an andere weitergeben dürfen. Charismatische Menschen sind also anderen zugewandt. Warum haben Ahab und Isebel kein Charisma versprüht?
1. Sie wollten selbstsüchtig ihr eigenes Reich errichten (22:8).
1. Könige 22.8 Da sagte der König von Israel zu Joschafat: Einen Mann gibt es noch, durch den man den HERRN befragen könnte; aber ich hasse ihn, denn er weissagt nichts Gutes über mich, sondern ⟨nur⟩ Böses: ⟨Es ist⟩ Micha, der Sohn des Jimla. Joschafat aber sagte: Der König spreche nicht so!
2. Sie benutzten Menschen, um voranzukommen; jeder war entbehrlich (19:2).
1. Könige 19.2 Da sandte Isebel einen Boten zu Elia und ließ ihm sagen: Die Götter sollen mir dies und das tun, wenn ich nicht morgen um diese Zeit dir tue, wie du diesen getan hast!
3. Sie sorgten sich um ihr Image und lebten in Täuschungen (21:8-13).
1. Könige 21.8 Und sie schrieb Briefe unter Ahabs Namen und versiegelte sie mit seinem Siegel und sandte sie zu den Ältesten und Oberen, die mit Nabot in seiner Stadt wohnten.
9 Und schrieb in den Briefen: Lasst ein Fasten ausrufen und setzt Nabot obenan im Volk
10 und stellt ihm zwei ruchlose Männer gegenüber, die da zeugen und sprechen: Du hast Gott und den König gelästert! Und führt ihn hinaus und steinigt ihn, dass er stirbt.
11 Und die Ältesten und Oberen, die mit ihm in seiner Stadt wohnten, taten, wie ihnen Isebel entboten hatte, wie sie in den Briefen geschrieben hatte, die sie zu ihnen sandte,
12 und sie ließen ein Fasten ausrufen und ließen Nabot obenan im Volk sitzen.
13 Da kamen die zwei ruchlosen Männer und stellten sich ihm gegenüber und zeugten gegen Nabot vor dem Volk und sprachen: Nabot hat Gott und den König gelästert! Da führten sie ihn vor die Stadt hinaus und steinigten ihn, dass er starb.
4. Sie schmollten und wurden wütend, wenn sie ihren Willen nicht bekamen (21:4).
1. Könige 21.4 Da kam Ahab heim voller Unmut und Zorn um des Wortes willen, das Nabot, der Jesreeliter, zu ihm gesagt hatte: Ich will dir meiner Väter Erbe nicht geben. Und er legte sich auf sein Bett und wandte sein Antlitz ab und aß kein Brot.
5. Sie gaben vor, etwas zu sein, das sie nicht waren (21:25-27).
1. Könige 21.25 Es hat in der Tat keinen wie Ahab gegeben, der sich verkauft hätte, um zu tun, was in den Augen des HERRN böse ist. Ihn hatte seine Frau Isebel verführt.
26 Und er handelte ganz abscheulich, indem er den Götzen nachlief, ganz wie es die Amoriter getan hatten, die der HERR vor den Söhnen Israel vertrieben hatte.
27 Und es geschah, als Ahab diese Worte hörte, da zerriss er seine Kleider und legte Sacktuch um seinen Leib und fastete; und er lag im Sacktuch und ging still einher.
6. Sie missbrauchten die Autorität, die ihnen verliehen worden war (21:16-19).
1. Könige 21.16 Und es geschah, als Ahab hörte, dass Nabot tot war, da machte sich Ahab auf, um in den Weinberg des Jesreeliters Nabot hinabzugehen ⟨und⟩ ihn in Besitz zu nehmen.
17 Da geschah das Wort des HERRN zu Elia, dem Tischbiter:
18 Mache dich auf, geh hinab Ahab, dem König von Israel, entgegen, der in Samaria ⟨wohnt⟩! Siehe, er ist im Weinberg Nabots, wohin er hinabgegangen ist, um ihn in Besitz zu nehmen.
19 Und rede zu ihm und sage: So spricht der HERR: Hast du gemordet und auch ⟨fremdes Gut⟩ in Besitz genommen? Und rede zu ihm: So spricht der HERR: An der Stelle, wo die Hunde das Blut Nabots geleckt haben, sollen die Hunde dein Blut, ja deines, lecken.
Ahab und Isebel verspürten keinen Anreiz, Charisma zu entwickeln, denn ihre Position erlaubte es ihnen, Menschen zu benutzen. Warum sollten sie andere dazu inspirieren müssen, mit ihnen zusammenzuarbeiten? War ihr Wort nicht Gesetz? Führungskräfte sollten diese Einstellung um jeden Preis vermeiden.
Hindernisse auf dem Weg zum Charisma
Um Charisma zu entwickeln, sollten Führungskräfte auf andere achten. Leiter, die an andere und deren Belange denken, bevor sie an sich selbst denken, entwickeln schnell Charisma. Wie würden Sie als Führungskraft Ihr eigenes Charisma einschätzen? Fühlen sich andere Menschen von Natur aus zu Ihnen hingezogen? Sind Sie beliebt? Folgende Hürden können auf dem Weg zur Entwicklung von Charisma betrachtet werden:
Niemand will einer Führungskraft folgen, die denkt, sie sei besser als alle anderen. Arrogante Anführer verlieren den Respekt der anderen.
Wenn eine Führungskraft mit sich selbst unsicher ist, werden es andere auch sein. Nur sichere Führungskräfte können eine sichere Atmosphäre schaffen.
Wenn die Leute nie wissen, was sie von der Führungskraft erwarten können, hören sie auf, irgendetwas zu erwarten. Irgendwann werden sie die Führungskraft nicht einmal mehr ansprechen.
Menschen können erkennen, ob eine Führungskraft sie nur benutzt, um ihr eigenes Ziel zu erreichen. Kein gesunder Mensch hält sich lange in einer solch ungesunden Umgebung auf.
Die Menschen respektieren den Wunsch nach Spitzenleistungen, verabscheuen aber unrealistische Erwartungen. Kein Mitarbeiter möchte das Gefühl haben, dass das Projekt wichtiger ist als er selbst.
Die Leute wollen nicht von jemandem vertröstet werden, der hinter jedem Silberstreif eine Wolke sieht. Pessimistische Führungskräfte stoßen ihre Anhänger ab.