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Das Prinzip der Entwicklung am Beispiel von Josef

Führungsfähigkeit entwickelt sich täglich, nicht an einem Tag.

Punkt für Punkt, Tag für Tag entsteht eine Treppe nach oben. Kein Sprung, sondern Routine.
Führungsprinzip #3

Prinzip der Entwicklung: Führung entwickelt sich täglich und nicht an einem Tag.

Bibelstelle1. Mose 37,1–50,22Auf BibleServer.com lesen
5 Min. Lesezeit

Eine Führungskraft zu werden ist nicht wie an der Börse zu investieren. Einmal Geld anzulegen, dann abzuwarten und zu hoffen, dass es irgendwann in der Zukunft einmal klappt, ist ein zum Scheitern verurteilter Ansatz. Denn Führungsfähigkeit entwickelt sich täglich und das über einen langen Zeitraum. Die kontinuierliche Entwicklung und der stetige Einsatz der eigenen Begabungen und Fähigkeiten führen zu einem unabdingbaren Wachstum der eigenen Führungsfähigkeit.

Eine Spirale aus Punkten wächst Schritt für Schritt nach außen und endet golden – Josefs Führung entwickelt sich täglich.
Eine Spirale aus Punkten wächst Schritt für Schritt nach außen und endet golden – Josefs Führung entwickelt sich täglich.

Es kommt vor, dass Menschen mit mehr Führungsbegabung geboren werden als andere. Aber alle für die Führung wichtigen Kompetenzen können erlernt werden. Das passiert nur nicht über Nacht, sondern braucht seine Zeit. Denn Führung hat sehr viele Facetten: Respekt, Erfahrung, emotionale Stärke, Umgang mit Menschen, Disziplin, Vision, Momentum, den richtigen Zeitpunkt, usw. Die Liste ist lang und genau deshalb brauchen Führungskräfte so viel Zeit, um effektiv zu sein.

Die gute Nachricht ist, dass Führungsfähigkeit, ganz egal an welchem Punkt sie beginnt, erlernt werden kann.

Josef und das Prinzip der Entwicklung

Josef war ein eingebildeter Junge, zu arrogant für sein eigenes Wohl. Er hielt es nicht für ausreichend, der Liebling seines Vaters zu sein, das Kind, das eine Sonderbehandlung erhielt, der Sohn des alten Jakob. Nein. Er musste es ihnen auch noch unter die Nase reiben.

Als Gott Josef einen Traum gab und ihm offenbarte, dass er eines Tages seine gesamte Familie anführen würde, hat er es jedem erzählt. Und zwar zweimal. Dabei ging es nicht nur um seine Brüder, sondern auch um seine Eltern. Sein Vater hat ihn daraufhin zurechtgewiesen. Doch seine Brüder wollten es ihm heimzahlen. Und das taten sie auch.

Zu Beginn seines Lebens wusste Josef nicht, wie man mit anderen gut zusammenarbeitet. Es fehlte ihm an Erfahrung, Weisheit und Demut. Drei Qualitäten der Führung, die nur über die Zeit entwickelt werden können. Josefs Leben dokumentiert diesen Prozess und ist ein hervorragendes Beispiel für das Prinzip der Entwicklung. Folgende Punkte unterstützen dabei zu verstehen, wie Zeit und Erfahrung im Zusammenspiel der Entwicklung von Josefs Führungsfähigkeit dienten.

1. Phase: Ich weiß nicht, was ich nicht weiß

Jeder startet einmal an dem Punkt der Ignoranz. Das war auch der Punkt, an dem Josef gestartet ist. Er verstand die Dynamik innerhalb seiner Familie nicht. Genauso wenig konnte er antizipieren, wie sich seine Brüder fühlen würden, wenn er ihnen von seinem Traum erzählt. Oder es hat ihn einfach nicht interessiert. Die Bibel sagt, dass seine Brüder ihn schon verachtet haben. Doch ihre Verachtung und ihr Hass wurde noch größer, als er ihnen von seinem Traum erzählte. Josef tat und sagte Dinge, ohne zu verstehen, was er damit innerhalb seiner Brüder und seiner Familie auslösen würde. Seine Ignoranz kostete ihn mehr als 20 Jahre seines Lebens mit seiner Familie.

2. Phase: Ich weiß, was ich nicht weiß

Es brauchte einen lebensverändernden Moment, bis Josefs Aufmerksamkeit auf seine Begabung fiel und er auf die Straße der Veränderung abbog. Aufgrund der Versklavung in Ägypten fing er an zu verstehen, was er alles noch nicht wusste. Führung war weitaus mehr, als was er bisher darunter verstanden hatte. Über die Jahre hatte Josef so einiges durchzustehen und lernte dabei die harten Lektionen im Leben über die menschliche Natur, die Beziehungen und Führung. Dieser Prozess arbeitete in ihm, an seinem Charakter und ließ Geduld und Demut wachsen. Er begann zu verstehen, dass Gott die Quelle seiner Segnungen und Macht ist.

3. Phase: Ich weiß, was ich weiß und es wächst und zeigt sich

Führungskräfte, die ihre Fähigkeiten zeigen und Erfolg haben, können das nur, weil sie den Preis der Vorbereitung dafür bezahlt haben. Als der Pharao Josef an seinen Hof bestellte, lieferte er eine hervorragende und exzellente Leistung ab, die in einer großartigen Weisheit einen Grund hatte. Er hatte den Erfolg nicht, weil er plötzlich mit 30 Führungskraft wurde. Er hatte den Erfolg, weil er 13 Jahre den Preis der Vorbereitung bezahlt hat. Seine in dieser Zeit gewonnene Weisheit und Urteilskraft haben ihn zum zweiten Mann in Ägypten gemacht, der damals mächtigsten Nation der Welt.

4. Phase: Ich gehe einfach vorwärts, weil ich es weiß

Während der sieben Jahre im Überfluss setzte Josef seinen Plan akribisch um. Er füllte die Speicher von Ägypten und bereitete das Land auf eine siebenjährige Phase der Dürre vor. Aber wie weit seine Führungsqualitäten gewachsen waren, kann man nur daran erkennen, was er in den darauf folgenden mageren Jahren tat. Während er sich darauf fokussiert hatte, dafür zu sorgen, dass das ägyptische Volk genug hatte, hat sein Plan so gut funktioniert, dass er auch noch andere Länder versorgen konnte. Dabei brachte er unermessliches Geld, Vieh und Land in den Besitz seiner Herren. Dazu erfüllte sich die Prophezeiung aus seiner Jugend.

Jeder effektive Anführer braucht Zeit, um sich zu entwickeln. Aber Zeit allein kann keinen zu einem effektiven Anführer machen. Einige werden das Prinzip der Entwicklung niemals für sich in Anspruch nehmen, keine Entwicklungsschritte gehen und ihr ganzes Leben auf Stufe eins stehen.

Zum Glück der Israeliten ist Josef nicht auf Stufe 1 stehen geblieben. Er hat es von der Grube in den Palast geschafft. Es brauchte 23 Jahre, bis die Familie wieder vereint war und er seinen Traum erfüllt sah. Am Ende hat Josef erkannt, dass Gott ihn die ganze Zeit geleitet und sich aus dem verwöhnten Jungen ein großartiger Leiter entwickelt hatte.

Zu der Zeit, als sein Vater gestorben war, lernte Josef die Dinge aus Gottes Perspektive zu sehen. Als seine Brüder Angst um ihr Leben hatten, beruhigte sie Josef und sagte zu ihnen:

1. Mose 50. 19-21 Fürchtet euch nicht! Stehe ich denn an Gottes statt? Ihr gedachtet es böse mit mir zu machen, aber Gott gedachte es gut zu machen, um zu tun, was jetzt am Tage ist, nämlich am Leben zu erhalten ein großes Volk. So fürchtet euch nun nicht; ich will euch und eure Kinder versorgen. Und er tröstete sie und redete freundlich mit ihnen.

Josef erkannte Gottes Hand über seinem Leben und seinem Weg. Er verstand, dass Gott langfristige Pläne für Menschen hat, die ihnen dabei helfen, die Person zu werden, die Gott schon heute in ihnen sieht.

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Quelle: John C. Maxwell, The 21 Irrefutable Laws of Leadership · Mehr zum Ursprung

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