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Glaube & Religion

Das Prinzip vom Mehrwert am Beispiel von Jesus

Ein Symbol für das Stiften von Mehrwert.

Aus der Mitte fließt es nach außen: Jeder erreichte Punkt wird selbst größer und heller.
Führungsprinzip #13

Prinzip vom Mehrwert: Führungskräfte stiften einen Mehrwert, wenn sie anderen dienen.

BibelstelleJohannes 13Auf BibleServer.com lesen
8 Min. Lesezeit3 Abschnitte
Inhalt

Woran denkt eine Führungskraft, wenn sie das Wort Dienerschaft hört? Stellt sie sich dann vor, dass es sich um eine Tätigkeit handelt, die von relativ gering qualifizierten Menschen am unteren Ende des Organigramms ausgeführt wird? Wenn ja, dann hat sie einen falschen Eindruck. Oft gehen Menschen davon aus, dass die Menschen uns weniger wertschätzen, wenn wir dienen; dass sie annehmen, dass wir die niedrigste Position in der Organisation einnehmen. Aber das ist ein falsches Bild von Dienerschaft.

Eine umgedrehte Pyramide aus Blöcken ruht auf einem einzigen goldenen Stein – wie Jesus, der durch Dienen Mehrwert stiftete.
Eine umgedrehte Pyramide aus Blöcken ruht auf einem einzigen goldenen Stein – wie Jesus, der durch Dienen Mehrwert stiftete.

Fast alle Menschen antworten bei der Frage, welche Person ihnen im Leben am meisten gedient hat, mit ihrer Mutter. Mütter scheinen das beste Beispiel für Dienerschaft zu sein, da sie ganz natürlich den Mitgliedern ihrer Familie dienen. Und nun eine weitere Frage: Geben die Menschen deswegen ihrer Mutter ein geringeres oder ein höheres Ansehen? Die meisten Menschen würden sagen, dass sie sie mehr schätzen. Und warum? Wenn Menschen anderen Menschen dienen, dann hat das genau die entgegengesetzte Wirkung auf sie, als ursprünglich angenommen.

Menschen fühlen sich zu denen hingezogen, die ihnen aufopferungsvoll dienen und nicht von ihnen abgestoßen. Dienen verschafft den Menschen einen Mehrwert. Dienen hat nichts mit Position oder Fähigkeiten zu tun. Es ist eine Frage der Einstellung, der Haltung. Führungskräfte suchen nach Wegen, wie sie anderen einen Mehrwert schaffen können und das tun sie in erster Linie, indem sie ihnen dienen.

In Johannes 13 zeigt der Retter der Welt, dass er auch der größte Diener aller Zeiten ist. Die Geschichte ist vielen bekannt. Als die Jünger den Obersaal für das Passahfest buchten, vergaßen sie, einen Diener zu engagieren, der ihnen an der Tür die Füße wusch. Es war Brauch, dies zu tun. Als die Jünger merkten, dass der Diener fehlte, meldete sich interessanterweise keiner von ihnen freiwillig für diese Aufgabe. Stattdessen stritten sie sich darüber, wer der Größte sei.

Als Jesus das sah, beschloss er, eine Lektion daraus zu machen. Nach dem Abendbrot zog Jesus alles aus, bis auf ein Kleidungsstück um seine Taille. Er sah sogar wie ein Diener aus. Dann nahm er eine Schüssel mit Wasser und ein Handtuch und begann, seinen Jüngern die Füße zu waschen. Als Jesus das mit seinen Jüngern tat, kamen mehrere Erkenntnisse über das Dienen und das Stiften von Mehrwert zum Vorschein.

Dienende Führungskräfte sind ...

1. Dienende Führungskräfte sind durch Liebe motiviert, anderen zu dienen. (v1-2)

Die Liebe Jesu war unverdient, unendlich, bedingungslos und selbstlos. Es waren nicht die Würdigkeit oder die Verdienste der Jünger, die Jesus dazu brachten, ihnen zu dienen. Er drückte nicht Dankbarkeit aus, sondern Gnade. Die Liebe brachte ihn dazu, seinen Jüngern zu dienen. Das Verrückteste dabei ist, dass Jesus sogar die Füße von Judas Iskariot wusch, dem Mann, der ihn verraten und am nächsten Tag umbringen lassen wollte.

2. Dienende Führungskräfte besitzen Selbstsicherheit, die es ihnen erlaubt, anderen zu dienen. (v3)

Jesus wusste, wer er war und er war selbstsicher genug, um sich auf den Boden zu setzen und seinen Jüngern die Füße zu waschen. Er brauchte nichts zu beweisen. Und tatsächlich hatte er nichts zu beweisen, nichts zu verlieren und nichts zu verbergen. Die unsicheren Führungskräfte beharren auf ihrer Position. Die selbstsicheren Führungskräfte wissen, worauf ihr Einfluss beruht. Die Selbstsicherheit Jesu ermöglichte es ihm, sich klein und groß zu machen.

3. Dienende Führungskräfte initiieren dienende Momente. (v4-5) 

Jesus hat nicht darauf gewartet, dass ihm jemand das Protokoll erklärt. Er sah ein Bedürfnis und erfüllte es. Niemand sonst hatte sich an diesem Abend freiwillig für die Fußwaschung gemeldet - also machte Jesus aus dem Ereignis ein Beispiel. Er begann etwas, von dem er hoffte, dass es von diesen zwölf Jüngern an andere weitergegeben würde (Johannes 13:12-15). Die Fußwaschung wird nie in Mode sein. Sie wird von Leitern durchgeführt, die demütig dienen können.

4. Dienende Führungskräfte können das Dienen an sich selbst zulassen. (v6-7)

Das Herz eines Dieners entlarvt den Stolz der anderen. Petrus fiel es schwer, Jesus zu erlauben, ihm zu dienen. Er hatte immer noch eine weltliche Ansicht, die davon ausging, dass jemand vom Kaliber Jesu sich niemals dazu herablassen sollte, Füße zu waschen. Manchmal müssen Leiter lernen, sich von anderen dienen zu lassen. Sie sind so daran gewöhnt, anderen zu dienen, dass es ihnen schwerfällt, sich zu entspannen und zu empfangen. In diesem Fall bat Jesus Simon Petrus, sich zu setzen, damit er ihm die Füße waschen konnte.

5. Dienende Führungskräfte wollen, dass nichts ihre Beziehung zu Gott behindert. (v8-9)

Petrus bewegte sich von einem Extrem zum anderen. Als Jesus ihm die Füße wusch, wollte er von Jesus noch mehr. Er wollte, dass Jesus seinen ganzen Körper wäscht. Petrus hat hier eine interessante Einstellung. Wenn Jesus etwas verschenkte, wollte er alles erhalten und alles empfangen, was Jesus zu geben hatte; er wollte nicht, dass irgendetwas zwischen ihm und seinem Herrn steht.

6. Dienende Führungskräfte unterrichten dienende Führung durch ihr Beispiel. (v12,15)

Danach sprach Jesus über die Bedeutung seiner Fußwaschung. Er erinnerte sie daran, dass er ihnen gerade die Füße gewaschen hatte, und dass keine Position oder Titel sie in der Zukunft daran hindern sollte, dies für jemand anderen zu tun. Sein Vorbild sollte nachgeahmt werden. In der Tat war sein Beispiel viel stärker und mächtiger als ein Vortrag über die Grundsätze vom Dienen. Taten sprechen lauter als Worte.

7. Dienende Führungskräfte leben ein gesegnetes Leben. (v16-17)

Jesus erinnerte sie daran, dass sie gesegnet sind, wenn sie ihm in diesem Lebensstil folgten. Der größte Segen folgt denen, die aus dem Glauben heraus das Gegenteil von dem tun, was die Welt tut. Gott segnet diejenigen, die „gegensätzlich zur Kultur“ handeln und den Menschen dienen, ohne daran zu denken, was sie vielleicht von ihnen zurückbekommen könnten.

Mit einem Mehrwert dienen

Wenn Führungskräfte dienen, stiften sie den Menschen, die ihren Dienst erhalten, einen Mehrwert. Dieser Wert kann so einfach sein wie das Gefühl, etwas wert zu sein oder etwas Besonderes zu sein. Er kann auch darin bestehen, dass die Führungskraft den Menschen ein Hilfsmittel in die Hand gibt oder ihnen ein ermutigendes Wort sagt.

Was auch immer es ist, die Menschen erhalten immer etwas und fühlen sich durch ihre Führungskraft besser. Eine gute Angewohnheit für eine Führungskraft ist es, jedem, dem sie begegnet, einen Mehrwert zu stiften; das bedeutet:

  • ihrem Leben etwas hinzuzufügen, anstatt etwas wegzunehmen.
  • sie mit neuen Kräften und Ressourcen auszustatten, anstatt ihnen davon etwas wegzunehmen.

So können sie das bessere Leben führen, zu dem Gott sie berufen hat. Genau das hat Jesus getan, Tag für Tag. Ob er einer samaritischen Frau begegnete wie in Johannes 4 oder einem Zöllner wie Matthäus oder Zachäus, oder einer Prostituierten wie Maria Magdalena - Jesus diente ihnen und gab ihnen einen Wert. Vielleicht ist das der Grund, warum die Menschen so viel von ihm hielten. Er diente.

Fragen zur Reflexion

  • Stellen sie andere über ihre eigenen Ziele?
  • Entwickeln sie das Vertrauen und die Selbstsicherheit, Risiken einzugehen?
  • Suchen sie nach einem Bedürfnis und ergreifen sie die Initiative?
  • Führen sie kleine Taten anonym aus?
  • Laufen sie langsam durch die Menschenmenge?
  • Beginnen sie ihren Tag mit einer Reflexion über die Liebe, die sie für andere in ihrem Leben haben?
  • Haben sie eine initiative Einstellung?
Johannes 13.1-17
Die Fußwaschung
1 Vor dem Passafest aber erkannte Jesus, dass seine Stunde gekommen war, dass er aus dieser Welt ginge zum Vater. Wie er die Seinen geliebt hatte, die in der Welt waren, so liebte er sie bis ans Ende.
2 Und nach dem Abendessen – als schon der Teufel dem Judas, dem Sohn des Simon Iskariot, ins Herz gegeben hatte, dass er ihn verriete;
3 Jesus aber wusste, dass ihm der Vater alles in seine Hände gegeben hatte und dass er von Gott gekommen war und zu Gott ging –
4 da stand er vom Mahl auf, legte seine Kleider ab und nahm einen Schurz und umgürtete sich.
5 Danach goss er Wasser in ein Becken, fing an, den Jüngern die Füße zu waschen und zu trocknen mit dem Schurz, mit dem er umgürtet war.
6 Da kam er zu Simon Petrus; der sprach zu ihm: Herr, du wäschst mir die Füße?
7 Jesus antwortete und sprach zu ihm: Was ich tue, das verstehst du jetzt nicht; du wirst es aber hernach erfahren.
8 Da sprach Petrus zu ihm: Nimmermehr sollst du mir die Füße waschen! Jesus antwortete ihm: Wenn ich dich nicht wasche, so hast du kein Teil an mir.
9 Spricht zu ihm Simon Petrus: Herr, nicht die Füße allein, sondern auch die Hände und das Haupt!
10 Spricht Jesus zu ihm: Wer gewaschen ist, bedarf nichts, als dass ihm die Füße gewaschen werden; er ist vielmehr ganz rein. Und ihr seid rein, aber nicht alle.
11 Denn er wusste, wer ihn verraten würde; darum sprach er: Ihr seid nicht alle rein.
12 Als er nun ihre Füße gewaschen hatte, nahm er seine Kleider und setzte sich wieder nieder und sprach zu ihnen: Wisst ihr, was ich euch getan habe?
13 Ihr nennt mich Meister und Herr und sagt es mit Recht, denn ich bin's auch.
14 Wenn nun ich, euer Herr und Meister, euch die Füße gewaschen habe, so sollt auch ihr euch untereinander die Füße waschen.
15 Denn ein Beispiel habe ich euch gegeben, damit ihr tut, wie ich euch getan habe.
16 Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Der Knecht ist nicht größer als sein Herr und der Gesandte nicht größer als der, der ihn gesandt hat.
17 Wenn ihr dies wisst – selig seid ihr, wenn ihr's tut.
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Quelle: John C. Maxwell, The 21 Irrefutable Laws of Leadership · Mehr zum Ursprung

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