Kompetenz entsteht nur sehr selten über Nacht. Auch Josua musste sich über viele Jahre auf die enorme Aufgabe vorbereiten, die ihm bevorstand. Wie hat Gott Josua Schritt für Schritt vorbereitet?
1. Gott hat Josua über zwei Generationen hinweg als Leiter eingesetzt.
2. Gott vertraute Josua die Führung der militärischen Feldzüge an, die auf dem Weg durch die Wüste nach Kanaan zu führen waren.
3. Gott sandte Josua mit 11 weiteren Stammesfürsten los, um das verheißene Land zu erkunden.
4. Gott erlaubte Josua, Mose auf den Berg Sinai zu begleiten.
5. Gott ersetzte Mose durch Josua, als es an der Zeit war, das Volk nach Kanaan zu führen.
Es ist schon sehr interessant zu beobachten, wie Gott in diesen jungen Anführer investierte, um seine Kompetenz zu entwickeln und ihn für das höchste Amt vorzubereiten:
- Er war ein Krieger. Josua war geboren, um ein Krieger zu sein. Seine erste Gelegenheit zur Führung bekam er als militärischer Anführer. Gott aber bereitete ihn auf eine viel größere Rolle vor, doch alles begann hier. (2. Mose 17.9-11)
2. Mose 17.9 Da sprach Mose zu Josua: Erwähle uns Männer, zieh aus und kämpfe gegen Amalek. Morgen will ich oben auf dem Hügel stehen mit dem Stab Gottes in meiner Hand.
10 Und Josua tat, wie Mose ihm sagte, und kämpfte gegen Amalek. Mose aber und Aaron und Hur gingen auf die Höhe des Hügels.
11 Und wenn Mose seine Hand emporhielt, siegte Israel; wenn er aber seine Hand sinken ließ, siegte Amalek.
- Er war ein Wortführer. Josua erhielt vom Herrn ein prophetisches Wort über die Kriege gegen Amalek. Dann wurde er zum Überbringer dieses Wortes an andere. (2. Mose 17.14)
2. Mose 17.14 Und der HERR sprach zu Mose: Schreibe dies zum Gedächtnis in ein Buch und präge es Josua ein; denn ich will die Erinnerung an Amalek unter dem Himmel austilgen.
- Er war ein Knecht. Josua war zuerst als „der Knecht des Mose“ bekannt. Niemand nannte ihn bis zur Zeit der Eroberung Kanaans einen Diener Jahwes. Er bewies seine Bereitschaft zu dienen, bevor er jemanden bat, ihm zu dienen. (2. Mose 24.13)
2. Mose 24.13 Da machte sich Mose auf mit seinem Diener Josua. Und Mose stieg auf den Berg Gottes.
- Er war ein treuer Mitarbeiter. Mose nahm Josua mit auf den Berg Sinai, um Gott zu begegnen. Als ihm aber befohlen wurde, stehen zu bleiben, blieb Josua auf halber Höhe stehen. Er erlebte keine Herrlichkeit, keine Wolke, keine Stimme und keine Gegenwart, aber er blieb dem großen Ganzen treu. (2. Mose 32.15-17)
2. Mose 32.15 Mose wandte sich und stieg vom Berge und hatte die zwei Tafeln des Gesetzes in seiner Hand; die waren beschrieben auf beiden Seiten, vorn und hinten waren sie beschrieben.
16 Und Gott hatte sie selbst gemacht, und die Schrift war Gottes Schrift, eingegraben in die Tafeln.
17 Als nun Josua das Geschrei des Volks hörte, sprach er zu Mose: Es ist ein Kriegsgeschrei im Lager.
- Er war ein Lehrling von Mose und Gott. 40 Jahre lang diente Josua als zweiter Mann hinter Mose. Seine Kompetenz wuchs durch Mose und seine eigenen Beobachtungen. Er wollte Moses' Zelt nicht verlassen, weil er alles von seinem Mentor lernen wollte. (2. Mose 33.11)
2. Mose 33.11 Der HERR aber redete mit Mose von Angesicht zu Angesicht, wie ein Mann mit seinem Freunde redet. Dann kehrte er zum Lager zurück; aber sein Diener Josua, der Sohn Nuns, ein junger Mann, wich nicht aus dem Zelt.
- Er war ein Eiferer. Als eines Tages Gottes Gegenwart auf das Lager herabkam und zwei Männer anfingen zu prophezeien, wurde Josua hellhörig. Er verbot ihnen damit fortzufahren, aber Mose sagte zu ihm: „Bestünde doch das ganze Volk des HERRN aus Propheten, weil der HERR seinen Geist auf sie gelegt hat!“ Josuas Leidenschaft und Initiative wurden später zu einem Vorteil, da sie sich mit seiner Erfahrung verband. (4. Mose 11.29)
4. Mose 11.29 Aber Mose sprach zu ihm: Eiferst du um meinetwillen? Wollte Gott, dass alle im Volk des HERRN Propheten wären und der HERR seinen Geist über sie kommen ließe!
- Er war ein gewandelter Anführer. Mose gab dem jungen Mann, der früher Hoschea hieß, den Namen Josua. Mit dieser Namensänderung ging eine Veränderung der Identität und des Charakters einher. Josua wurde ein Mann, der bereit war, das Volk Israel zu organisieren und zu führen. (4. Mose 13.16)
4. Mose 13.16 Das sind die Namen der Männer, die Mose aussandte, um das Land zu erkunden. Aber Hoschea, den Sohn Nuns, nannte Mose Josua.
All dies war notwendig, damit Josua am Ende das Volk Israel in das gelobte Land führen konnte. Eine Aufgabe, die neben viel Vertrauen in Gott auch echter Führungskompetenz bedurfte.
Josua 11.16-23
Das eroberte Land
16 So nahm Josua dies ganze Land ein, das Gebirge und alles, was im Süden liegt, und das ganze Land Goschen und das Hügelland und das Jordantal und das Gebirge Israel mit seinem Hügelland,
17 von dem kahlen Gebirge an, das aufsteigt nach Seïr hin, bis nach Baal-Gad in der Ebene beim Gebirge Libanon, am Fuße des Berges Hermon. Alle ihre Könige nahm er gefangen und schlug sie nieder und tötete sie.
18 Er kämpfte aber eine lange Zeit mit diesen Königen.
19 Es war keine Stadt, die Frieden machte mit den Israeliten, ausgenommen die Hiwiter, die in Gibeon wohnten; sondern sie eroberten sie alle im Kampf.
20 So geschah es von dem HERRN, dass ihr Herz verstockt wurde, im Kampf Israel zu begegnen, damit sie mit dem Bann geschlagen würden und ihnen keine Gnade widerführe, sondern sie vertilgt würden, wie der HERR dem Mose geboten hatte.
21 Zu der Zeit kam Josua und rottete aus die Anakiter von dem Gebirge, von Hebron, von Debir, von Anab und vom ganzen Gebirge Juda und vom ganzen Gebirge Israel, und Josua vollstreckte an ihnen den Bann mit ihren Städten
22 und ließ keine Anakiter übrig im Lande der Israeliten außer in Gaza, in Gat, in Aschdod; dort blieben einige von ihnen übrig.
23 So nahm Josua das ganze Land ein, ganz so, wie der HERR zu Mose geredet hatte, und gab es Israel zum Besitz, einem jeden Stamm sein Teil. Und das Land war zur Ruhe gekommen vom Kriege.