Jemanden als kompetent oder inkompetent zu bezeichnen mag wertend und engstirnig erscheinen, doch alle Führungskräfte brauchen ein Maß an Kompetenz, um die Arbeit zu erledigen.
Jeder weiß, dass Führungskräfte ein gewisses Maß an Kompetenz benötigen, um das Vertrauen und den Respekt ihrer Anhänger zu gewinnen. Niemand folgt einer inkompetenten Führungskraft. Das gilt unabhängig von der Persönlichkeit. Freundschaft hingegen ist nicht gleichbedeutend mit Führung; ein Mensch kann einen anderen Menschen als Freund mögen, was nicht gleichzeitig bedeutet, dass er seiner Führung folgt. Je weniger Führungskompetenz die Person besitzt, desto größer ist die Distanz zu der Person, wenn es um die Führung geht.
Was bedeutet Kompetenz?
Kompetenz bedeutet weitaus mehr als nur die Fähigkeit zu reden. Sie ist die Fähigkeit der Führungskraft, etwas zu sagen, zu planen und so umzusetzen, dass andere wissen, dass sie ihr Geschäft versteht. Dazu braucht es Kompetenz auf jeder Organisationsebene. Inkompetenz kann nirgendwo toleriert werden. John Gardner hat einmal geschrieben: „Ein ausgezeichneter Klempner ist viel bewundernswerter als ein inkompetenter Theologe. Eine Gesellschaft, welche Exzellenz im Klempnern verachtet, weil Klempnern eine niedrige Tätigkeit sei, aber Schludrigkeit in der Theologie toleriert, weil dies eine erhabene Tätigkeit sei, wird weder gute Wasserleitungen noch gute Theologien haben. Du wirst dich weder auf ihre Leitungen noch auf ihre Theologien verlassen können.“
Was sagt Jesus über die Kompetenz?
Jesus hebt die Frage der Kompetenz in den zwei Geschichten hervor, die in Lukas 14 erzählt werden. In beiden Geschichten fehlt es an Kompetenz. Dem Baumeister und dem König fehlte es an dem, was nötig war, um die Arbeit zu erledigen. Deshalb wurde der Turm nie gebaut und der Krieg nie gewonnen. Aus den Aussagen von Jesus lassen sich drei Dinge ableiten, die es benötigt, um den Job zu erledigen:
- Hingabe. Jesus sagte, dass unsere Hingabe soweit gehen muss, dass wir Vater und Mutter zurücklassen und ihm nachfolgen. Wer nicht sein Kreuz trägt und mir nachfolgt, der kann nicht mein Jünger sein. (Lukas 14.26-27)
- Ressourcen. Jesus sprach von einem Baumeister, der abwägt, ob er genug hat, um einen Turm fertigzustellen. Jede Führungskraft sollte vor einem Projekt prüfen, ob ihre Ressourcen, Gaben, Talente und Fähigkeiten für die Erledigung der Aufgabe ausreichen. (Lukas 14.28-30)
- Intelligenz. Jesus sprach von einem König, der Rat sucht, um zu wissen, ob er in die Schlacht ziehen soll. Ein Teil der Kompetenz ist die Erkenntnis darüber, was zu tun ist, wann es zu tun ist und wie es zu tun ist. (Lukas 14.30-32)
Die Kombination dieser drei Komponenten steht nicht nur für Kompetenz, sondern auch für Exzellenz. Und Exzellenz ist es, was Menschen dazu bringt, einer Führungskraft zu folgen. Also - auf welchem Gebiet sind Sie am kompetentesten? Wo sind Sie herausragend? Was bringt andere dazu, Ihnen zu folgen?
Lukas 14.28-32
28 Denn wer ist unter euch, der einen Turm bauen will und setzt sich nicht zuvor hin und überschlägt die Kosten, ob er genug habe, um es zu Ende zu führen,
29 damit nicht, wenn er den Grund gelegt hat und kann's nicht zu Ende bringen, alle, die es sehen, anfangen, über ihn zu spotten,
30 und sagen: Dieser Mensch hat angefangen zu bauen und kann's nicht zu Ende bringen?
31 Oder welcher König zieht aus, um mit einem andern König Krieg zu führen, und setzt sich nicht zuvor hin und hält Rat, ob er mit zehntausend dem begegnen kann, der über ihn kommt mit zwanzigtausend?
32 Wenn nicht, so schickt er eine Gesandtschaft, solange jener noch fern ist, und bittet um Frieden.