Während Mitarbeiter sich auf die Herausforderungen konzentrieren, die unmittelbar vor ihnen liegen, sehen Führungskräfte die Zukunft aus der Ferne. Sie träumen nicht nur von dem, was jetzt geschehen kann, sondern auch von dem, was im nächsten Jahr, im nächsten Jahrzehnt oder sogar in der nächsten Generation geschehen könnte.
Als Gott zu Abraham sagte, er solle seine Komfortzone, sein Zuhause in Haran, seine Verwandten und alle Vertrauten verlassen, um in einem anderen Land neu anzufangen (1. Mose 12), da bekam Abraham eine Vision von Gott. Gott gab Abraham das Bild, dass er ein großes Volk begründen wird; in der Tat, Gott sagte, er würde der Vater vieler Völker werden! Abraham fühlte sich verpflichtet, dieser großen Vision zu folgen, auch wenn er sonst nichts hatte, worauf er sich verlassen konnte.
Was können wir von Abraham über die Qualität der Vision lernen?
Wenn wir Abraham in 1. Mose 12-22 beobachten, können wir die Kriterien für eine von Gott gegebene Vision herausarbeiten. Demnach beinhaltet eine Vision folgende Aspekte:
- Sie beginnt mit Gottes Prioritäten (1. Mose 12.1-2).
Gott initiierte die Vision, nicht Abraham. Wenn Führungskräfte mit Gottes Vision beginnen, fällt es ihnen leichter, die Richtung und ihre Motive rein zu halten.
1. Mose 12.1-2 - Abrams Berufung und Zug nach Kanaan
1 Und der HERR sprach zu Abram: Geh aus deinem Vaterland und von deiner Verwandtschaft und aus deines Vaters Hause in ein Land, das ich dir zeigen will.
2 Und ich will dich zum großen Volk machen und will dich segnen und dir einen großen Namen machen, und du sollst ein Segen sein.
- Sie verbindet sich mit der Identität des Leiters (1. Mose 15.2-4).
Die Vision, die Abraham bekam, passte genau zu ihm und Sarah; sie entsprach den Bedürfnissen und Wünschen dieses unfruchtbaren Paares. Noch besser: Ihre Erfüllung würde auch vielen anderen dienen.
1. Mose 15.2 Abram sprach aber: Herr HERR, was willst du mir geben? Ich gehe dahin ohne Kinder und mein Knecht Eliëser von Damaskus wird mein Haus besitzen.
3 Und Abram sprach: Mir hast du keine Nachkommen gegeben; und siehe, einer aus meinem Haus wird mein Erbe sein.
4 Und siehe, der HERR sprach zu ihm: Er soll nicht dein Erbe sein, sondern der von deinem Leibe kommen wird, der soll dein Erbe sein.
- Sie bezieht andere mit ein (1. Mose 12.2-3).
Eine Vision von Gott bezieht immer auch andere mit ein und segnet sie. Der Herr sagte Abraham, er würde gesegnet werden, um viele Völker zu segnen und genau das geschah durch die Geburt von Christus viele Generationen später.
1. Mose 12.2 Und ich will dich zum großen Volk machen und will dich segnen und dir einen großen Namen machen, und du sollst ein Segen sein.
3 Ich will segnen, die dich segnen, und verfluchen, die dich verfluchen; und in dir sollen gesegnet werden alle Geschlechter auf Erden.
- Sie ist größer als der Anführer (1. Mose 17.1-8).
Während Abraham nur einen Erben zeugen wollte, wollte Gott eine ganze Nation begründen. Diese Vision ging weit über Abrahams kühnste Träume und seine eigenen Fähigkeiten hinaus. Eine solch große Vision würde mehr als ein ganzes Leben in Anspruch nehmen, um sie zu erfüllen.
1. Mose 17 Der ewige Bund mit Abraham
1 Als nun Abram neunundneunzig Jahre alt war, erschien ihm der HERR und sprach zu ihm: Ich bin der allmächtige Gott; wandle vor mir und sei fromm.
2 Und ich will meinen Bund zwischen mir und dir schließen und will dich über alle Maßen mehren.
3 Da fiel Abram auf sein Angesicht. Und Gott redete weiter mit ihm und sprach:
4 Siehe, ich habe meinen Bund mit dir, und du sollst ein Vater vieler Völker werden.
5 Darum sollst du nicht mehr Abram heißen, sondern Abraham soll dein Name sein; denn ich habe dich gemacht zum Vater vieler Völker.
6 Und ich will dich sehr fruchtbar machen und will aus dir Völker machen und Könige sollen von dir kommen.
7 Und ich will aufrichten meinen Bund zwischen mir und dir und deinen Nachkommen von Geschlecht zu Geschlecht, dass es ein ewiger Bund sei, sodass ich dein und deiner Nachkommen Gott bin.
8 Und ich will dir und deinem Geschlecht nach dir das Land geben, darin du ein Fremdling bist, das ganze Land Kanaan, zu ewigem Besitz und will ihr Gott sein.
- Sie verbindet sich mit den tiefsten Überzeugungen der Führungskraft (1. Mose 18.9-14).
Die Vision, die in Abrahams Herz zu brennen anfing, betraf seine stärksten Werte, einschließlich seines Wunsches nach einer Familie und einem Stück Land.
1. Mose 18.9 Da sprachen sie zu ihm: Wo ist Sara, deine Frau? Er antwortete: Drinnen im Zelt.
10 Da sprach er: Ich will wieder zu dir kommen übers Jahr; siehe, dann soll Sara, deine Frau, einen Sohn haben. Das hörte Sara hinter ihm, hinter der Tür des Zeltes.
11 Und sie waren beide, Abraham und Sara, alt und hochbetagt, sodass es Sara nicht mehr ging nach der Frauen Weise.
12 Darum lachte sie bei sich selbst und sprach: Nun, da ich alt bin, soll ich noch Liebeslust erfahren, und auch mein Herr ist alt!
13 Da sprach der HERR zu Abraham: Warum lacht Sara und spricht: Sollte ich wirklich noch gebären, nun, da ich alt bin?
14 Sollte dem HERRN etwas unmöglich sein? Um diese Zeit will ich wieder zu dir kommen übers Jahr; dann soll Sara einen Sohn haben.
- Sie ist greifbar und lässt sich leicht vermitteln (1. Mose 15.5).
Gott gab Abraham ein greifbares Bild von seiner Vision: Sieh auf den Sand am Ufer, sagte er, und auf die Sterne am Himmel. Diese Objekte dienten als visuell greifbare Bilder, um Abraham zu helfen, die Vision anzunehmen und zu erfüllen.
1. Mose 15.5 Und er hieß ihn hinausgehen und sprach: Sieh gen Himmel und zähle die Sterne; kannst du sie zählen? Und sprach zu ihm: So zahlreich sollen deine Nachkommen sein!
- Sie hat einen ewigen Wert (1. Mose 17.19).
Abrahams Vision ging weit über sein eigenes Leben auf der Erde hinaus und umfasste mehr als Reichtum und Ruhm. Seine Vision beeinflusste das ewige Schicksal von Millionen von Menschen.
1. Mose 17.19 Da sprach Gott: Nein, Sara, deine Frau, wird dir einen Sohn gebären, den sollst du Isaak nennen, und ich will meinen Bund mit ihm aufrichten als einen ewigen Bund für seine Nachkommen.