Eine Führungskraft kann, wenn sie nur mit Gruppen kommuniziert, keine Verbindung zu ihnen aufbauen. Sie muss mit Individuen kommunizieren und eine Verbindung zu ihnen aufbauen. Je stärker die Verbindung ist, desto wahrscheinlicher wird es, dass die Menschen der Führungskraft folgen. Einige Führungskräfte haben Schwierigkeiten damit, weil sie glauben, dass das in der Verantwortung der Menschen liegt. Aber erfolgreiche Führungskräfte übernehmen immer die Initiative. Sie machen den ersten Schritt und bemühen sich dann, die Beziehung weiter auszubauen.
Wenn eine Führungskraft eine Verbindung zu ihren Leuten hergestellt hat, spiegelt sich das auch in der Art und Weise wider, wie eine Organisation funktioniert. Die Mitarbeiter sind absolut loyal und haben eine sehr gute Arbeitsmoral. Sie streben danach, die Vision zu erreichen und machen auf dem Weg dahin jeden einzelnen Tag Fortschritte.
Rehabeam hat das Prinzip der Verbindung nicht verstanden.
Um eine Verbindung herzustellen, muss eine Führungskraft zuerst etwas geben. Der machthungrige Rehabeam wollte vor allem seine politischen Muskeln spielen lassen. Da war keine Rede davon, eine Verbindung zu den Menschen aufzubauen. Er hatte das Prinzip der Verbindung nicht verstanden. Wenn eine Führungskraft eine Verbindung zu ihren Leuten herstellen möchte, sollte sie zuvor ihre Motive überprüfen:
1. Über sich selbst hinaus denken
Dr. Albert Schweitzer sagte: „Wie die Welle nicht für sich sein kann, sondern stetig an den Wogen des Ozeans teilhat, also soll ich mein Leben nie für sich leben, sondern immer in dem Erleben, das um mich her stattfindet ... Was du an Gesundheit, an Gaben, an Leistungsfähigkeit, an Erfolg, an schöner Kindheit, an harmonischen häuslichen Verhältnissen mehr empfangen hast als andere, darfst du nicht als selbstverständlich hinnehmen. Du mußt einen Preis dafür entrichten. Außergewöhnliche Hingabe von Leben an Leben mußt du leisten.“
Egoismus und Unsicherheit liegen in der Regel denjenigen zugrunde, die nicht über sich selbst hinauswachsen können. Rehabeam hat offensichtlich nie weiter gedacht, als über sich selbst. Seine Schikanen brachten ihm nicht mehr Respekt, sondern Verachtung ein. Um mit den Menschen in Verbindung zu treten, muss man anderen gegenüber aufgeschlossen bleiben und sich daran erinnern, dass Führung ein Privileg ist.
2. Über sich selbst hinaus wachsen
Mahatma Gandhi sagte: Die Unterschiede zwischen dem, was wir tun, und dem, was wir zu tun in der Lage sind, würden ausreichen, um die meisten Probleme der Welt zu lösen.
Hätte Rehabeam über die Erfahrungen seiner Vorfahren gelesen und von den Ältesten gelernt, wäre ihm bewusst geworden, wie wenig er über Führung verstanden hat. Aber sein eingebildeter und unbelehrbarer Geist wollte das nicht einsehen. Dadurch hat er eine große Chance verpasst, als Führungskraft zu wachsen. Das Ergebnis spricht für sich. Wenn eine Führungskraft über sich hinauswachsen möchte, dann sollte sie demütig und belehrbar bleiben.
3. Über sich selbst hinaus geben
Menschen mit geringem Selbstwertgefühl konzentrieren sich oft hauptsächlich nur auf sich selbst. Eine Studie der University of Michigan hat ergeben, dass Menschen, die sich regelmäßig ehrenamtlich engagieren, ihre Lebensfreude steigern und ihre Lebenserwartung erhöhen.
Rehabeam hatte kein Interesse daran, was er hätte geben können. Sein Ziel war es, das Maximum zu bekommen. Effektive Führungskräfte fragen sich immer wieder, was sie für andere tun können. Sie sind eher wie ein Fluss, der kontinuierlich Wasser bringt und nicht wie ein Stausee, der das Wasser zurückhält und an einer Stelle speichert.
4. Über sich selbst hinaus gehen
Eine Redewendung sagt: Als du geboren wurdest, hast du geweint und die Welt hat sich gefreut. Mögest du dein Leben so leben, dass, wenn du stirbst, die Welt weint und du dich freust.
Jede gute Führungskraft hat die Fähigkeit, Verbindungen zu Menschen aufzubauen. Wenn die Führungskraft besser werden will, dann gilt es, diese Fähigkeit zu entwickeln. Die Ergebnisse werden sich sehr schnell zeigen und die Menschen werden ihr folgen.
Wie kann eine Führungskraft dann eine Verbindung zu den Menschen aufbauen?
Eine Verbindung zu den Menschen herzustellen ist nicht so kompliziert. Aber es braucht Zeit und Initiative der Führungskraft. Rehabeam hat dies in seiner Führung nicht berücksichtigt.
- Wenn die Führungskraft die Herzen der Menschen emotional berührt, dann lassen sich die Menschen motivieren.
Die Ältesten von König Salomo sagten zu Rehabeam: Wirst du heute diesem Volk einen Dienst tun und ihnen zu Willen sein und sie erhören und ihnen gute Worte geben, so werden sie dir untertan sein dein Leben lang. (1. Könige 12.7)
Doch Rehabeam hörte nicht auf sie und zeigte kein Verständnis für die Probleme der Menschen. Ganz im Gegenteil. Er reagierte mit Härte und Strenge. Daraufhin hat sich das Volk von ihm abgewendet und das Land wurde gespalten.
Wenn die Führungskraft die Bedürfnisse der Menschen hört, hören die Menschen die Vision der Führungskraft. Wenn die Führungskraft konkrete Schritte unternimmt, um die Bedürfnisse der Menschen zu erfüllen, unternehmen die Menschen konkrete Schritte, um die Vision der Führungskraft zu erfüllen. Erfahrene Führungskräfte nehmen diesen Aspekt sehr ernst.
- Wenn die Führungskraft zuerst gibt, dann werden die Menschen zurückgeben.
Rehabeam hat gleich mehrere Gelegenheiten verspielt, seinem Volk etwas zu geben. Es mag paradox erscheinen, aber eine Führungskraft bekommt mehr, wenn sie mehr gibt. Wenn sie ihre Zeit, ihr Talent und ihre Ressourcen zur Verfügung stellt, dann erhält sie im Gegenzug viel mehr. Das Bild von Saat und Ernte beschreibt diesen Aspekt am besten.
- Wenn die Führungskraft eine Verbindung zu Einzelnen aufbaut, dann wird sie auch ganze Gruppen erreichen.
Rehabeam war so arrogant und abgehoben, dass er nicht unter die Menschen ging, die er zu führen versuchte. Er blieb unnahbar hinter den Mauern des Palastes. Doch Führung verlangt sehr oft, vor Menschen und Gruppen zu sprechen. Mehr noch, sie versteht, dass 1-zu-1 Begegnungen die stärksten Verbindungen erzeugen.
- Wenn die Führungskraft zu den Menschen geht, dann kommen sie auch zu ihr.
Bei Rehabeam war es genau andersherum. Die Menschen kamen zu ihm und er war so verblendet, dass er den aufkommenden Konflikt und die damit verbundene Revolution nicht erkennen konnte. Er war eher ein reaktiver als ein proaktiver Anführer. Als klar wurde, dass er die Menschen verärgert hatte, zeigte er mit dem Finger auf sie und gab ihnen die Schuld. Dadurch verlor er sein Königreich.
Unabhängig davon, ob eine Führungskraft gerade eine neue Führungsposition übernommen hat oder in ein etabliertes System hineingekommen ist, sie muss mit ihren Mitarbeitern in Kontakt treten, wenn sie erfolgreich sein will. Große Führungskräfte zeichnen sich nicht dadurch aus, was sie allein erreicht haben, sondern dadurch, was sie durch andere erreichen konnten. Ohne eine gute Verbindung ist dies nicht möglich.
1. Könige 12.1-24
Israel trennt sich vom Hause David
1 Und Rehabeam zog nach Sichem, denn ganz Israel war nach Sichem gekommen, um ihn zum König zu machen.
2 Und Jerobeam, der Sohn Nebats, hörte das, als er noch in Ägypten war, wohin er vor dem König Salomo geflohen war, und kehrte aus Ägypten zurück.
3 Und sie sandten hin und ließen ihn rufen. Und Jerobeam und die ganze Gemeinde Israel kamen und redeten mit Rehabeam und sprachen:
4 Dein Vater hat unser Joch zu hart gemacht. Mache du nun den harten Dienst und das schwere Joch leichter, das er uns aufgelegt hat, so wollen wir dir untertan sein.
5 Er aber sprach zu ihnen: Geht hin bis zum dritten Tag, dann kommt wieder zu mir. Und das Volk ging hin.
6 Und der König Rehabeam hielt einen Rat mit den Ältesten, die vor seinem Vater Salomo gestanden hatten, als er noch lebte, und sprach: Wie ratet ihr, dass wir diesem Volk Antwort geben?
7 Sie sprachen zu ihm: Wirst du heute diesem Volk einen Dienst tun und ihnen zu Willen sein und sie erhören und ihnen gute Worte geben, so werden sie dir untertan sein dein Leben lang.
8 Aber er verwarf den Rat der Ältesten, den sie ihm gegeben hatten, und hielt einen Rat mit den Jüngeren, die mit ihm aufgewachsen waren und vor ihm standen.
9 Und er sprach zu ihnen: Was ratet ihr, dass wir antworten diesem Volk, das zu mir gesagt hat: Mache das Joch leichter, das dein Vater auf uns gelegt hat?
10 Und die Jüngeren, die mit ihm aufgewachsen waren, sprachen zu ihm: Du sollst zu dem Volk, das zu dir sagt: »Dein Vater hat unser Joch zu schwer gemacht; mache du es uns leichter«, so sagen: Mein kleiner Finger ist dicker als meines Vaters Lenden.
11 Nun, mein Vater hat auf euch ein schweres Joch gelegt, ich aber will's euch noch schwerer machen. Mein Vater hat euch mit Peitschen gezüchtigt, ich will euch mit Skorpionen züchtigen.
12 Als nun Jerobeam und das ganze Volk zu Rehabeam kamen am dritten Tage, wie der König gesagt hatte: Kommt wieder zu mir am dritten Tage,
13 da gab der König dem Volk eine harte Antwort und verwarf den Rat, den ihm die Ältesten gegeben hatten,
14 und redete mit ihnen nach dem Rat der Jüngeren und sprach: Mein Vater hat euer Joch schwer gemacht, ich aber will's euch noch schwerer machen. Mein Vater hat euch mit Peitschen gezüchtigt, ich aber will euch mit Skorpionen züchtigen.
15 So hörte der König nicht auf das Volk; denn so war es bestimmt von dem HERRN, auf dass er sein Wort wahr machte, das er durch Ahija von Silo geredet hatte zu Jerobeam, dem Sohn Nebats.
16 Als aber ganz Israel sah, dass der König sie nicht hören wollte, gab das Volk dem König Antwort und sprach: Was haben wir für Teil an David oder Erbe am Sohn Isais? Auf zu deinen Zelten, Israel! So sorge nun du für dein Haus, David! – Da ging Israel zu seinen Zelten,
17 sodass Rehabeam nur über die Israeliten regierte, die in den Städten Judas wohnten.
18 Und als der König Rehabeam den Fronvogt Adoniram hinsandte, warf ihn ganz Israel mit Steinen zu Tode. Aber der König Rehabeam stieg eilends auf einen Wagen und floh nach Jerusalem.
19 Also fiel Israel ab vom Hause David bis auf diesen Tag.
Jerobeam wird König über die zehn Stämme
20 Als nun ganz Israel hörte, dass Jerobeam zurückgekommen war, sandten sie hin und ließen ihn rufen zu der Gemeinde und machten ihn zum König über ganz Israel; niemand folgte dem Hause David als der Stamm Juda allein.
21 Und als Rehabeam nach Jerusalem kam, sammelte er das ganze Haus Juda und den Stamm Benjamin, hundertachtzigtausend streitbare Männer, um gegen das Haus Israel zu kämpfen und das Königtum an Rehabeam, den Sohn Salomos, zurückzubringen.
22 Es kam aber Gottes Wort zu Schemaja, dem Mann Gottes:
23 Sage Rehabeam, dem Sohn Salomos, dem König von Juda, und dem ganzen Hause Juda und Benjamin und dem übrigen Volk und sprich:
24 So spricht der HERR: Ihr sollt nicht hinaufziehen und gegen eure Brüder, die Israeliten, kämpfen. Jedermann gehe wieder heim, denn das alles ist von mir geschehen. Und sie gehorchten dem Wort des HERRN, kehrten um und gingen heim, wie der HERR gesagt hatte.