Eine Führungskraft kann alles delegieren, außer der Verantwortung. Führungspersönlichkeiten können sie nicht weggeben. Sie können sie vorleben; sie können sie unterrichten; sie können sie teilen. Aber um es mit den Worten von US-Präsident Harry Truman zu sagen: „Die Verantwortung liegt bei der Führungskraft.“ Führungskräfte können nicht führen, ohne auch gleichzeitig Verantwortung zu übernehmen. Das gehört zum Geschäft.
Pilatus versagt in seiner Führung.
Pontius Pilatus, der römische Statthalter von Judäa, stellt ein trauriges Beispiel für eine Führungspersönlichkeit dar, die keine Verantwortung übernommen hat. Als Jesus vor ihm zum Gericht erschien, konnte er kein Fehlverhalten feststellen. Doch anstatt ihn als unschuldig freizusprechen, gab er dem Druck der Menge nach. Er spürte, dass sie einen unschuldigen Mann bestrafen wollten. Also stellte er sie vor die Wahl: Barabbas oder Jesus? Als die Menge Jesus als den schuldigeren Mann wählte, ging Pilatus zu einem Wasserbecken und versuchte seine Hände von jeglicher Verantwortung für seine Entscheidung rein zu waschen. Er tat so, als könnte er sich der Verantwortung für die Folgen dieser Entscheidung entziehen. Pilatus unterließ es, das Richtige zu tun und versuchte, mit einer juristischen Formalität davonzukommen.
Nichts von alledem überraschte die Juden, die Pilatus als jemanden mit solchem Verhalten kannten. Er neigte dazu, sich zurückzuziehen, wenn es brenzlig wurde. Einmal ließ er den römischen Adler in den Tempel bringen, woraufhin 5.000 Juden zu seinem Haus marschierten, um die Entfernung des Adlers zu fordern. Daraufhin rief er die Armee und forderte sie auf zu gehen. Als sie sich weigerten, drohte er, ihnen die Köpfe abzuschlagen. Die Juden fielen auf die Knie und sagten im Wesentlichen: „Nur zu“. Geschockt von ihrer moralischen Überzeugung machte er einen Rückzieher. Von diesem Zeitpunkt an wussten die Juden, dass dieser Mann kein Rückgrat hatte und vor der Verantwortung zurückwich. Er ist ein Beispiel für eine Führungskraft, die moralische Kompromisse einging.
Die Probleme von Pilatus.
Warum wusch Pilatus seine Hände in Unschuld?
- Er hatte ein Problem mit dem Fundament (Matthäus 27.22).
Pilatus hat nie den Charakter entwickelt, um Widrigkeiten standzuhalten. Der Konflikt lähmte ihn.
22 Pilatus sprach zu ihnen: Was soll ich dann machen mit Jesus, von dem gesagt wird, er sei der Christus? Sie sprachen alle: Lass ihn kreuzigen!
- Er hatte ein Problem mit Aussichtslosigkeit (Matthäus 27.23-24).
Er erkannte, dass eine richtige Entscheidung nichts Gutes bringen würde. Warum also Zeit verschwenden? Apathie breitete sich in ihm aus, als er spürte, dass sein Handeln sinnlos sein würde.
23 Er aber sagte: Was hat er denn Böses getan? Sie schrien aber noch mehr: Lass ihn kreuzigen!
24 Da aber Pilatus sah, dass er nichts ausrichtete, sondern das Getümmel immer größer wurde, nahm er Wasser und wusch sich die Hände vor dem Volk und sprach: Ich bin unschuldig am Blut dieses Menschen; seht ihr zu!
- Er hatte ein Problem mit Angst (Matthäus 27.19 & 24).
Pilatus war damit beschäftigt, politisch zu überleben. Wenn er gegen die Juden kämpfte, fürchtete er den Verlust von Kontrolle, Ansehen und Position. Die Warnung seiner Frau verstärkte seine Angst noch.
19 Und als er auf dem Richterstuhl saß, schickte seine Frau zu ihm und ließ ihm sagen: Habe du nichts zu schaffen mit diesem Gerechten; denn ich habe heute viel erlitten im Traum um seinetwillen.
24 Da aber Pilatus sah, dass er nichts ausrichtete, sondern das Getümmel immer größer wurde, nahm er Wasser und wusch sich die Hände vor dem Volk und sprach: Ich bin unschuldig am Blut dieses Menschen; seht ihr zu!
- Er hatte ein Problem mit Versagen (Matthäus 27.24).
Pilatus wusste, dass sich ein Aufruhr anbahnte. Das letzte Mal, als es dazu kam, war er der Situation nicht gewachsen und die Juden ließen ihn auffliegen. Sie wussten, dass er mehr Angst vor dem Versagen hatte als sie.
24 Da aber Pilatus sah, dass er nichts ausrichtete, sondern das Getümmel immer größer wurde, nahm er Wasser und wusch sich die Hände vor dem Volk und sprach: Ich bin unschuldig am Blut dieses Menschen; seht ihr zu!
- Er hatte ein Problem mit Fokus (Matthäus 27.24).
Führungspersönlichkeiten können bei wichtigen Entscheidungen nicht neutral oder passiv sein. Pilatus aber nahm eine Schüssel in die Hand und versuchte, seine Hände in Unschuld zu waschen. Keine gute Führungskraft tut so etwas.
24 Da aber Pilatus sah, dass er nichts ausrichtete, sondern das Getümmel immer größer wurde, nahm er Wasser und wusch sich die Hände vor dem Volk und sprach: Ich bin unschuldig am Blut dieses Menschen; seht ihr zu!