Durch gutes Zuhören verdienen sich Führungskräfte das Recht, in das Leben ihrer Mitarbeiter zu sprechen. Denn weil sie gut zuhören, hat das, was sie sagen, eine hohe Relevanz. Zudem zeigen sie Liebe, Mitgefühl und Verständnis, während sie zuhören.
David führte gut, weil er gut zuhörte. In 1. Samuel 26 wird beschrieben, wie er die Gelegenheit bekam, Saul zum zweiten Mal das Leben zu nehmen. David schlich sich an den König heran, während er schlief. Aber anstatt ihn zu töten, nahm David den Speer und den Wasserkrug des Königs mit und konfrontierte ihn später aus der Ferne mit einigen Fragen. David zeigt dadurch, dass ein Anführer, der zuhört, eine echte Liebe besitzt.
- Echte Liebe ist nicht immer beliebt - sei anders.
Davids Männer ermutigten ihn mehr als einmal, auf sich selbst zu achten und Saul das Leben zu nehmen - aber David weigerte sich. Führungskräfte müssen vorsichtig sein, wie sie die Umstände interpretieren und wessen Rat sie annehmen.
- Echte Liebe braucht eine klare Perspektive - sei demütig.
Nachdem David den Speer und Krug von Saul genommen hatte, rief er den König aus der Ferne. Er ordnete sich unter und fragte demütig nach einer Erklärung und der Perspektive von Saul. „Was habe ich getan?“, fragte er. Führungskräfte werden nie in der Lage sein, Menschen richtig zu lieben, wenn sie nicht klar und mit Gottes Augen sehen.
- Echte Liebe ist nicht defensiv - sie ist geduldig.
David wusste, dass Gott ihn aus einem bestimmten Grund in diese Situation gebracht hatte, und vertraute darauf, dass er ihn auch befreien würde. Weil er sich nicht ganz sicher war, ob er etwas falsch gemacht hatte, bot David ein Opfer an. Zudem wartete er auf Sauls Begründung. Ungeduld zeigt, dass es Führungskräften an Vertrauen fehlt und sie auf ihr Recht bestehen.
- Echte Liebe ist mächtig - sei vergebend.
Saul entschuldigt sich später bei David und gesteht sein Unrecht ein. Er verspricht, nach Hause zu gehen. Da David immer noch Sauls Speer und Krug hat, vergibt er Saul und gibt alles zurück. Wie David müssen auch Führungskräfte darauf vertrauen, dass Gott die Dinge in Ordnung bringt.
Welche Schritte hat David unternommen?
Beachten Sie die folgenden Schritte, die David mit Saul unternommen hat (1 Sam. 26):
- Er nahm den Kontakt mit Saul auf und schuf die Grundlage für die Kommunikation (1. Samuel 26.14).
- Er appellierte an Sauls Sinn für Recht und Unrecht (1. Samuel 26.15-16).
- Er stellte Fragen und hörte auf die Antwort des Königs (1. Samuel 26.18).
- Er bat ihn, ihm zuzuhören, damit er seine Perspektive erklären konnte (1. Samuel 26.19).
- Er war entschlossen, sich zu allem zu bekennen, was er falsch gemacht hat (1. Samuel 26.19).
- Er ordnete sich Saul unter (1. Samuel 26.20).
- Er bot Vergebung und Versöhnung als einen Akt des Vertrauens in Gott an (1. Samuel 26.22-24).
Wie steht es mit Ihnen als Führungskraft? Zeigen Sie Liebe für andere, indem Sie ihnen zuhören? Sind Sie ein guter Zuhörer?
1. Samuel 26.1-25
David verschont Saul zum zweiten Mal
1 Die Sifiter aber kamen zu Saul nach Gibea und sprachen: David hält sich verborgen auf dem Hügel Hachila, der Jeschimon gegenüberliegt.
2 Da machte sich Saul auf und zog hinab zur Wüste Sif und mit ihm dreitausend ausgewählte Männer aus Israel, um David in der Wüste Sif zu suchen.
3 Und Saul lagerte sich auf dem Hügel Hachila, der Jeschimon gegenüberliegt am Wege. David aber blieb in der Wüste. Und als er merkte, dass Saul ihm nachkam in die Wüste,
4 sandte er Kundschafter aus und erfuhr, dass Saul gewiss gekommen wäre.
5 Und David machte sich auf und kam an den Ort, wo Saul sein Lager hielt, und sah die Stätte, wo Saul lag mit seinem Feldhauptmann Abner, dem Sohn Ners. Saul aber lag in der Wagenburg und das Kriegsvolk um ihn her.
6 Da hob David an und sprach zu Ahimelech, dem Hetiter, und zu Abischai, dem Sohn der Zeruja, dem Bruder Joabs: Wer will mit mir hinab zu Saul ins Lager? Abischai sprach: Ich will mit dir hinab.
7 So kam David mit Abischai des Nachts zum Lager. Und siehe, Saul lag und schlief in der Wagenburg, und sein Spieß steckte in der Erde zu seinen Häupten. Abner aber und das Volk lagen um ihn her.
8 Da sprach Abischai zu David: Gott hat deinen Feind heute in deine Hand gegeben; so will ich ihn nun mit dem Spieß stechen, in die Erde mit einem Mal, dass es keines zweiten mehr bedarf.
9 David aber sprach zu Abischai: Bring ihn nicht um; denn wer könnte die Hand an den Gesalbten des HERRN legen und ungestraft bleiben?
10 Weiter sprach David: So wahr der HERR lebt: Der HERR wird ihn schlagen, oder es kommt sein Tag, dass er sterbe oder in den Krieg ziehe und umkomme.
11 Von mir lasse der HERR fern sein, dass ich meine Hand sollte an den Gesalbten des HERRN legen. Nimm nun den Spieß zu seinen Häupten und den Wasserkrug und lass uns gehen.
12 So nahm David den Spieß und den Wasserkrug zu Häupten Sauls, und sie gingen weg, und es war niemand, der es sah oder merkte oder der erwachte, sondern sie schliefen alle; denn es war ein tiefer Schlaf vom HERRN auf sie gefallen.
13 Als nun David auf die andere Seite hinübergekommen war, stellte er sich auf den Gipfel des Berges von ferne, sodass ein weiter Raum zwischen ihnen war.
14 Und David schrie zum Kriegsvolk und zu Abner, dem Sohn Ners, und sprach: Antwortest du nicht, Abner? Und Abner antwortete: Wer bist du, dass du so schreist zum König hin?
15 Und David sprach zu Abner: Bist du nicht ein Mann? Und wer ist dir gleich in Israel? Warum hast du denn deinen Herrn, den König, nicht bewacht? Denn es ist einer vom Volk hineingekommen, deinen Herrn, den König, umzubringen.
16 Das war nicht recht, was du getan hast. So wahr der HERR lebt: Ihr seid Kinder des Todes, weil ihr euren Herrn, den Gesalbten des HERRN, nicht bewacht habt! Nun sieh doch nach, wo der Spieß des Königs ist und der Wasserkrug, der zu seinen Häupten war.
17 Da erkannte Saul die Stimme Davids und sprach: Ist das nicht deine Stimme, mein Sohn David? David sprach: Es ist meine Stimme, mein Herr und König.
18 Und sprach weiter: Warum verfolgt denn mein Herr seinen Knecht? Was habe ich getan? Und was ist Böses in meiner Hand?
19 So höre doch nun mein Herr, der König, die Worte seines Knechts: Reizt dich der HERR gegen mich, so lasse man ihn ein Speisopfer riechen; tun's aber Menschen, so seien sie verflucht vor dem HERRN, weil sie mich heute verstoßen und nicht an dem Erbteil des HERRN teilhaben lassen und sprechen: Geh hin, diene andern Göttern!
20 So fließe nun mein Blut nicht auf die Erde fern vom Angesicht des HERRN! Denn der König von Israel ist ja ausgezogen, zu suchen einen einzelnen Floh, wie man ein Rebhuhn jagt auf den Bergen.
21 Und Saul sprach: Ich habe gesündigt; komm wieder, mein Sohn David, ich will dir hinfort nichts Böses mehr tun, weil mein Leben heute teuer gewesen ist in deinen Augen. Siehe, ich habe töricht und sehr falsch gehandelt.
22 David antwortete und sprach: Siehe, hier ist der Spieß des Königs; es komme einer von den Männern herüber und hole ihn.
23 Der HERR aber wird einem jeden seine Gerechtigkeit und Treue vergelten. Denn der HERR hat dich heute in meine Hand gegeben, ich aber wollte meine Hand nicht an den Gesalbten des HERRN legen.
24 Und siehe, wie heute dein Leben in meinen Augen wert geachtet war, so werde mein Leben wert geachtet in den Augen des HERRN, und er errette mich aus aller Not!
25 Saul sprach zu David: Gesegnet seist du, mein Sohn David; du wirst's ausführen und vollenden. Und David zog seine Straße; Saul aber kehrte zurück an seinen Ort.