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Regierung & Politik

Der F-35-Fixpreis und die Qualität der Kommunikation

Ein Parlamentsbericht stellt fest, dass es für die Schweizer F-35 nie einen pauschalen Fixpreis gab und der Bundesrat spät von Mehrkosten erfuhr. Was der Fall über Kommunikation in der Führung lehrt.

Ein verknäultes Durcheinander glättet sich zu einer klaren Linie mit Richtung.
Führungsqualität #4

Qualität der Kommunikation: Starke Kommunikatoren vereinfachen komplizierte Dinge.

Führungsqualität #16

Qualität der Verantwortung: Aufrichtige Führungskräfte übernehmen Verantwortung – für sich und für ihre Menschen.

Führungsprinzip #6

Prinzip vom festen Boden: Vertrauen ist die Grundlage der Führung.

3 Min. Lesezeit5 AbschnitteSituationBezug zur Qualität
Inhalt

Kommunikation entscheidet in der Führung nicht nur darüber, ob andere verstehen. Sie entscheidet darüber, ob andere vertrauen. Der Bericht der Geschäftsprüfungskommission (GPK) zur Beschaffung der F-35-Kampfjets vom 8. September 2026 zeigt, was geschieht, wenn eine zentrale Botschaft nicht hält und schlechte Nachrichten spät weitergegeben werden. Der Artikel stützt sich auf die Feststellungen des Berichts. Ein Beispiel für die Qualität der Kommunikation.

Eine gestrichelte weiße Linie verspricht einen festen Kurs, doch die goldene Linie löst sich davon und steigt weit darüber, während die Signalwellen des Senders verblassen – wie beim angeblichen Fixpreis der Schweizer F-35.
Eine gestrichelte weiße Linie verspricht einen festen Kurs, doch die goldene Linie löst sich davon und steigt weit darüber, während die Signalwellen des Senders verblassen – wie beim angeblichen Fixpreis der Schweizer F-35.

Eine Botschaft, die nicht trug

Situation
Die Schweiz bestellte 36 F-35 in einem Kostenrahmen von 6 Milliarden Franken. Öffentlich war von einem Fixpreis die Rede. Die GPK kommt zum Schluss, dass mit den USA nie ein pauschaler Fixpreis vereinbart wurde. Inzwischen werden die Kosten für 36 Jets auf 7,1 Milliarden Franken geschätzt; im bewilligten Rahmen sind noch rund 30 Flugzeuge möglich.
Bezug zur Qualität
Gute Kommunikation ist einfach und wahr zugleich. „Fixpreis“ ist eine einfache Botschaft. Sie braucht aber ein Fundament, das auch unter Belastung hält. Je einfacher die Aussage, desto sorgfältiger muss sie geprüft sein.

Die schlechte Nachricht kam spät

Situation
Nach dem Bericht wusste die damalige Verteidigungsministerin Viola Amherd seit August 2024 von möglichen Mehrkosten. Den Gesamtbundesrat informierte sie im März 2025, nach der Ankündigung ihres Rücktritts.
Bezug zur Qualität
Schlechte Nachrichten werden mit der Zeit nicht besser. Wer sie zurückhält, nimmt seinem Team die Möglichkeit, rechtzeitig zu handeln. Zur Kommunikation einer Führungskraft gehört, zuerst das eigene Gremium zu informieren.

Die Folge: verlorenes Vertrauen

Situation
Parlamentarier von links bis rechts reagierten scharf. Aus mehreren Parteien hieß es, Parlament und Öffentlichkeit seien über die Preisstruktur falsch informiert worden. Es gibt auch Gegenstimmen: Mitte-Nationalrat Reto Nause erklärte, er habe den Vertrag gelesen, der Fixpreis stehe darin; Klauseln zur US-Teuerung lösten die Mehrkosten aus.
Bezug zum Prinzip
Vertrauen ist der feste Boden der Führung. Wenn eine Kernaussage fällt, wird im Nachhinein alles bezweifelt, auch das, was richtig war. Die Debatte dreht sich dann nicht mehr um die Sache, sondern um die Glaubwürdigkeit.

Der Nachfolger übernimmt die Altlast

Situation
Verteidigungsminister Martin Pfister nannte den Bericht differenziert und sachlich, zugleich eine schwere Belastung für die Vertrauensarbeit seines Departements. Er sagte eine rasche Stellungnahme des Bundesrats zu, nicht erst im Dezember, und bat im Nationalrat um eine sachliche Diskussion. Am 15. September bewilligte der Nationalrat den Zusatzkredit von 394 Millionen Franken.
Bezug zur Qualität
Verantwortung heißt, auch für das einzustehen, was man geerbt hat. Pfister erkennt den Befund an, statt ihn kleinzureden. Das ist der erste Schritt, um Vertrauen wieder aufzubauen.

Transparenz bleibt eine tägliche Aufgabe

Situation
Wenige Tage später verweigerte das Departement einer Zeitung die Auskunft, wie viele Juristen beim Bundesamt für Rüstung arbeiten. Das löste parteienübergreifend Kritik und mehrere Fragen für die Fragestunde aus.
Bezug zur Qualität
Nach einem Vertrauensbruch wird jede Auskunft geprüft. Wer Offenheit zusagt, muss sie auch in kleinen Dingen zeigen. Eine verweigerte Antwort wiegt in dieser Lage schwerer als sonst.
Das nimmst du mit

Die wichtigsten Lektionen

  1. Prüfe einfache Botschaften besonders gründlich. Sie werden am häufigsten wiederholt.
  2. Gib schlechte Nachrichten früh weiter, zuerst an dein eigenes Gremium.
  3. Eine gefallene Kernaussage stellt alles andere infrage.
  4. Übernimm Verantwortung auch für das, was du geerbt hast.
  5. Nach einem Vertrauensbruch zählt Offenheit im Kleinen doppelt.
Zusammenfassung

Der GPK-Bericht beschreibt zwei Kommunikationsfehler: eine Botschaft ohne tragfähige Grundlage und eine spät weitergegebene Warnung. Der Nachfolger zeigt, wie Aufarbeitung beginnt, und zugleich, wie schnell neue Zweifel entstehen. Vertrauen lässt sich durch Worte verlieren. Zurückgewonnen wird es durch Verhalten.

Zurück zur Grundlage

Dieses Beispiel zeigt mehrere Prinzipien und Qualitäten. Lies nach, was dahintersteckt:

Quelle: John C. Maxwell, The 21 Irrefutable Laws of Leadership und The 21 Indispensable Qualities of a Leader · Mehr zum Ursprung

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