Nach sechs Jahrzehnten an der Spitze von Berkshire Hathaway übergab Warren Buffett den Chefposten an Greg Abel. Die Übergabe war über Jahre vorbereitet.
2 Min. Lesezeit5 AbschnitteSituationBezug zum Prinzip
Inhalt
Am 3. Mai 2025 kündigte Warren Buffett auf der Hauptversammlung von Berkshire Hathaway seinen Rückzug als CEO an. Er war damals 94 Jahre alt und führte das Unternehmen seit rund 60 Jahren. Sein Nachfolger Greg Abel ist seit dem 1. Januar 2026 Präsident und CEO. Buffett blieb Chairman. Der Wechsel zeigt, wie das Prinzip vom Vererben in der Praxis aussieht.
Eine lange weiße Linie endet, während eine goldene Linie eine Strecke neben ihr herläuft und dann ihre Spur fortsetzt – wie die über Jahre vorbereitete Übergabe von Warren Buffett an Greg Abel.
01
Der Nachfolger stand seit Jahren fest
Situation
Abel arbeitet seit 1992 für ein Energieunternehmen, an dem Berkshire 1999 die Mehrheit übernahm. Im Januar 2018 wurde er Vice Chairman für das Geschäft außerhalb der Versicherungen und zog in den Verwaltungsrat ein. Im Mai 2021 bestätigte Buffett ihn öffentlich als künftigen CEO.
Bezug zum Prinzip
Der bleibende Wert einer Führungskraft bemisst sich an ihrer Nachfolge. Nachfolge ist kein Ereignis, sondern ein Prozess über Jahre. Wer den Namen früh nennt, gibt Mitarbeitenden und Eigentümern Zeit, Vertrauen aufzubauen.
02
Verantwortung vor dem Titel
Situation
Abel verantwortete seit 2018 einen großen Teil des operativen Geschäfts. Den Titel des CEO erhielt er erst acht Jahre später. Er hatte die Aufgabe also lange geübt, bevor sie offiziell seine wurde.
Bezug zum Prinzip
Ein Erbe wird nicht am letzten Tag übergeben. Gute Führungskräfte lassen ihre Nachfolger echte Entscheidungen treffen, solange sie selbst noch beraten können. So werden Fehler früh sichtbar und bleiben korrigierbar.
03
Den Zeitpunkt selbst wählen
Situation
Buffett sagte am Ende der Versammlung, er werde dem Verwaltungsrat Abel als CEO zum Jahresende empfehlen. Vorab wussten davon nur seine Kinder. Auch Abel war nicht eingeweiht. Die Aktionäre reagierten mit stehendem Applaus. Wenige Tage später gab das Unternehmen die Berufung bekannt.
Bezug zum Prinzip
Hier wirkt das Prinzip vom richtigen Zeitpunkt. Buffett ging, als das Unternehmen stabil und der Nachfolger bereit war. Wer den Wechsel selbst gestaltet, übergibt aus einer Position der Stärke und nicht unter Druck.
04
Das letzte Wort abgeben
Situation
Buffett erklärte, er bleibe in der Nähe und könne in einzelnen Fällen nützlich sein. Das letzte Wort im operativen Geschäft und beim Einsatz des Kapitals habe aber Abel. Außerdem sagte er, er wolle keine einzige Berkshire-Aktie verkaufen.
Bezug zum Prinzip
Vererben verlangt Loslassen. Ein Vorgänger, der im Hintergrund weiter entscheidet, schwächt seinen Nachfolger. Buffett verband beides: klare Entscheidungshoheit für Abel und ein sichtbares Zeichen des eigenen Vertrauens.
05
Die Kultur ist das eigentliche Erbe
Situation
Berkshire Hathaway ist für eine dezentrale Führung bekannt. Die Tochterunternehmen arbeiten weitgehend eigenständig. Abel ist seit Jahrzehnten Teil dieser Kultur und kennt sie von innen.
Bezug zum Prinzip
Ein Nachfolger von innen trägt Werte weiter, die sich nicht in Handbüchern festhalten lassen. Wer vererben will, muss deshalb zuerst Menschen prägen. Strukturen folgen danach.
Das nimmst du mit
Die wichtigsten Lektionen
01
Beginne mit der Nachfolgeplanung, lange bevor du gehen willst.
02
Gib deinem Nachfolger echte Verantwortung, bevor er den Titel trägt.
03
Wähle den Zeitpunkt der Übergabe selbst, solange es gut läuft.
04
Sag öffentlich, wer nach der Übergabe das letzte Wort hat.
05
Miss deinen Erfolg auch daran, wie es ohne dich weitergeht.
Zusammenfassung
Warren Buffett hat seine Nachfolge über viele Jahre vorbereitet. Greg Abel trug früh Verantwortung, war seit 2021 öffentlich benannt und übernahm 2026 ein geordnetes Haus. Buffett übergab die Entscheidungshoheit ausdrücklich und blieb als Chairman im Hintergrund. So entsteht ein Erbe, das über die eigene Amtszeit hinaus trägt.