Mit 88 Jahren überträgt Thomas Busch die letzten Anteile an der Walbusch-Gruppe auf seinen Sohn. Der Schritt beendet eine Übergabe, die fast zwei Jahrzehnte gedauert hat.
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Inhalt
Am 25. September 2026 meldete die Walbusch-Gruppe aus Solingen den Abschluss ihres Generationswechsels: Thomas Busch (88) hat seine verbliebenen Anteile an Sohn Christian Busch (54) übertragen, der nun alle Anteile hält. Das Datum ist unspektakulär, und darin liegt die Lehre. Eine gute Nachfolge ist kein Ereignis. Sie ist ein Weg. Ein Beispiel für das Prinzip vom Vererben.
Fünf Kreise in einer Reihe füllen sich Stufe für Stufe, bis der letzte ganz golden ist, verbunden durch eine goldene Linie – wie Thomas Busch Führung und Anteile über viele Jahre schrittweise an seinen Sohn übergibt.
01
Ein Lebenswerk
Situation
Walter Busch gründete das Unternehmen 1934 in Solingen. Sein Sohn Thomas führte es von 1976 bis 2008. In dieser Zeit wuchs der Umsatz von 10 Millionen D-Mark auf 320 Millionen Euro, die Belegschaft von 45 auf 800 Beschäftigte. Heute gehören die Marken Walbusch, Mey & Edlich und Avena zur Gruppe, die mehr als 1.000 Menschen beschäftigt.
Bezug zum Prinzip
Je größer das Lebenswerk, desto schwerer fällt das Loslassen. Das Prinzip vom Vererben sagt: Der bleibende Wert einer Führungskraft zeigt sich in dem, was bleibt, wenn sie geht.
02
Zuerst die Führung abgeben
Situation
2008 zog sich Thomas Busch aus der operativen Leitung zurück und wechselte in den Beirat. Da war er 70 Jahre alt und das Unternehmen erfolgreich.
Bezug zum Prinzip
Der erste Schritt des Vererbens ist, Platz zu machen, solange man es aus Stärke tun kann. Wer erst geht, wenn er muss, übergibt eine Notlage.
03
Dann das Eigentum, in Stufen
Situation
2014 erhielt Christian Busch 70 Prozent der Anteile. 2016 übernahm er die Leitung der Gruppe. 2026 folgten die restlichen 30 Prozent.
Bezug zum Prinzip
Die Stufen geben beiden Seiten Sicherheit. Der Nachfolger kann hineinwachsen und sich beweisen, der Übergebende kann Vertrauen fassen. Hier wirkt auch das Prinzip der Bevollmächtigung: Verantwortung wird übertragen, bevor der letzte Rest an Kontrolle abgegeben ist.
04
Dem Nachfolger den eigenen Weg lassen
Situation
Christian Busch führt das Unternehmen anders als sein Vater. Der Kataloghandel verliert an Bedeutung, auch die Kundschaft hat einen Generationswechsel erlebt. Die Gruppe setzt deshalb auf Online-Marktplätze, Shop-in-Shop-Partnerschaften und eigene Läden: Mey & Edlich hat in Köln den ersten Laden eröffnet, für Walbusch ist im Frühjahr 2027 einer in den Niederlanden geplant.
Bezug zum Prinzip
Vererben heißt nicht, das eigene Modell zu konservieren. Ein Vermächtnis lebt, wenn der Nachfolger es verändern darf. Die vollständige Übertragung der Anteile ist das sichtbare Zeichen dafür.
05
Der letzte Schritt
Situation
Mit der Übertragung vom September 2026 liegen Eigentum und Führung in einer Hand.
Bezug zum Prinzip
Eine Nachfolge ist erst abgeschlossen, wenn nichts mehr offen ist. Klare Verhältnisse schützen das Unternehmen und die Familie.
Das nimmst du mit
Die wichtigsten Lektionen
01
Beginne die Nachfolge, solange du stark bist.
02
Plane sie als Weg in Stufen, nicht als Stichtag.
03
Übertrage Verantwortung, bevor du die Kontrolle ganz abgibst.
04
Lass deinen Nachfolger anders führen als du.
05
Bringe die Übergabe zu Ende und schaffe klare Verhältnisse.
Zusammenfassung
Zwischen dem Rückzug aus der Leitung und der letzten Anteilsübertragung liegen bei Walbusch 18 Jahre. In dieser Zeit ging erst die Führung, dann schrittweise das Eigentum auf die nächste Generation über. So sieht das Prinzip vom Vererben in einem Familienunternehmen aus: geduldig, gestuft und abgeschlossen.